BASISKURS PART V: Feedback einholen

 

Dies ist das letzte Modul meines Schreibkurses: SCHREIB DEIN BUCH – Basiskurs mit Nina Hirschlehner. Und damit wären wir beim Feedback angekommen. Das ist unfassbar wichtig für uns Autoren, denn es kann die schlimmsten Selbstzweifel einfach verschwinden lassen. Natürlich ist es immer ein Risiko, die Geschichte einer fremden Person zu lesen zu geben. Es gibt immer einen Teil in mir, der sagt: „Aber was ist, wenn die Person die Geschichte scheiße findet? Dann war alles umsonst!“

In der letzten Lektion meines Kurses möchte ich dir diese Angst ein wenig nehmen. Außerdem nehmen wir deinen Text genau unter die Lupe!

Die Themen im Überblick:

  • Warum ist Feedback so wichtig?
  • Wo finde ich Testleser?
  • Gedanken, die du schnell wieder verwerfen solltest
  • Dein Manuskript im Spotlight

Warum ist Feedback so wichtig?

Oben habe ich es ja bereits erwähnt. Der Gedanke, das (erste) Manuskript in fremde Hände zu geben, kann furchteinflößend sein. Man hat Angst, nur Müll produziert zu haben. Aber ich kann dich beruhigen. So schlimm ist es nicht! Das sind nur deine Selbstzweifel, die dir Streiche spielen. Feedback ist wichtig. Feedback ist dein Freund. Denn du willst das Beste aus deiner Geschichte machen – weil du sie liebst. Und darum musst du diesen Schritt wagen. Ansonsten wirst du dich immer fragen, ob deine Story gut genug ist.

Jedes Mal, wenn ich ein Buch beendet habe, frage ich mich: „Ist der Inhalt bereit, um gedruckt zu werden?“ Und der Perfektionist ist mir sagt ganz eindeutig: „Nein!“ Wenn es nach ihm gehen würde, würde ich das Ganze tausendmal korrigieren und wäre immer noch nicht zufrieden. So geht das aber auch nicht, immerhin muss die Geschichte unter Leute. Und genau das ist der nächste Schritt. Deine Testleser stehen stellvertretend für jeden, der dein Buch in Zukunft kaufen und lesen wird. Wenn du sie überzeugst, musst du später keine Angst mehr haben. Natürlich sind Geschmäcker verschieden und es wird immer jemanden geben, der etwas zu nörgeln hat. Aber das ist dann nicht dein Problem. Denn du hast alles getan, um das Beste aus deiner Geschichte rauszuholen.

Verstehst du also, warum Feedback so wichtig ist? Es schützt dich vor Niederlagen. Besser, es gibt jemanden, der dir gleich zu Beginn sagt, was du besser machen könntest, als wenn deine Geschichte veröffentlicht wird und lediglich schlechte Kritik sammelt.

Wo finde ich Testleser?

Zweifellos ist es schwer, selbst zu entscheiden, ob die Geschichte gut ist oder nicht. Dazu ist man einfach nicht objektiv genug. Entweder man arbeitet schon so lange an der Geschichte, dass man sich einfach nur wünscht, dass sie gut ist oder man ist niemals mit dem zufrieden, was man geschaffen hat. Beide Varianten sind nicht ideal. Was du brauchst, um dir einen Überblick zu verschaffen, sind Testleser. Oder zumindest ein Testleser, der sich nicht scheut, dir die Meinung zu sagen.

Dein erster Weg wird dich vermutlich zu Freunden oder der Familie führen. Aber sei vorsichtig: Leute, die dir nahestehen, wollen deine Gefühle nicht verletzen! Da besteht die Gefahr, dass sie nicht ehrlich sind, nur um dir nicht wehzutun. Darum würde ich dir empfehlen, dein Feedback bei Fremden zu suchen. Die wissen nicht, wer du bist. Sie sagen nur, was ihnen gefällt und was nicht.

Jetzt kannst du losgehen und dich in einem kleinen Schreibforum anmelden, oder du nutzt die Anonymität des Internets und suchst dir eine große Schreibplattform. Einige davon habe ich dir hier mal aufgelistet:

  • Sweek
  • Wattpad
  • Bookrix
  • Neobooks

Sei nicht traurig, wenn nicht sofort jemand deine Geschichte kommentiert. Sieh dich etwas auf den Plattformen um, lies in die Geschichten anderer rein und kommentiere. So findest du nicht nur Leser, sondern lernst auch gleich noch von den Schreibstilen anderer.

Gedanken, die du schnell wieder verwerfen solltest

Natürlich hast du Angst davor, dass jemand deine Geschichte schlecht finden könnte. Die hat jeder. Die Frage ist doch nur, wie man damit umgeht. Ich habe heute zwei Gedanken für dich, die sich bestimmt in deinen Kopf schleichen werden und die du aber schnellstmöglich wieder vergessen solltest. Denn sie halten dich nur davon ab, das zu tun, was du liebst.

Andere schreiben viel besser als ich. Mag sein. Mit diesem Gedanken hatte ich anfangs auch sehr zu kämpfen. Aber mittlerweile weiß ich es besser. Und ich verrate dir jetzt mal ein Geheimnis: Es wird immer jemanden geben, der etwas besser kann. Aber das Gute ist: Kreativität ist kein Wettkampf. Es geht nicht darum, wer das beste Buch schreibt. Sondern darum, einzigartig zu sein. Und das bist du doch. Also mach dir keine Gedanken um die anderen. Zieh dein Ding durch!

Meine Geschichte ist nicht gut genug. Wer sagt das? Du oder ein unabhängiger Testleser? Oft ist man selbst sein härtester Kritiker. An schlechten Tagen denke ich auch, dass alles, was ich tue, Mist ist. Aber dann kommt wieder eine Nachricht oder ein Kommentar von einem Leser und ich weiß wieder, warum ich das alles mache. Das bedeutet: Behalte deine Geschichte nicht für dich. Besonders am Anfang kann es nützlich sein, jemanden zu haben, der deine Arbeit „bewertet“. Kritik ist wichtig, denn nur so kannst du besser werden.

Dein Manuskript im Spotlight

Jetzt bist DU an der Reihe. Ich bin dein Testleser. Du kannst mir gerne das erste Kapitel deiner Geschichte per Mail an ninahirschlehner@outlook.com schicken. Dann bekommst du von mir meine professionelle Meinung, eine Stilanalyse und ein Probelektorat! Zudem gebe ich dir Tipps, wie du deinen Schreibstil verbessern könntest. Klingt gut? Dann los!